Kultur- und Heimatfreunde Neusalza-Spremberg e.V.
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Nachruf - Ehrenmitglied Dr. Roland Ander

Nachruf:

Wir erhielten die traurige Nachricht, dass unser Ehrenmitglied Dr. Roland Ander verstorben ist. Er wurde bereits am 17. April 2026 auf dem Schönfelder Friedhof neben seiner Tochter Susanne (1972-2016) beigesetzt.

Biografie

  • 14. April 1935 geboren in Neusalza-Spremberg, bald darauf Umzug mit den Eltern nach Dresden.

Hier erlebte er als Zehnjähriger die Bombenangriffe auf Dresden und schließlich das Kriegsende mit.

  • 1949 – 52 Maurerlehre.
  • Studium: 1952 – 55 Fachschule für Bauwesen Zittau;
  • 1955 bis 1958 Entwurfsbüro für Industriebauten Dresden;
  • 1958 – 63 Technische Hochschule bzw. Technische

   Universität Dresden.

  • Ab 1963 tätig beim Baureferat der Landeskirche Sachsen in Dresden; bautechnische und denkmalpflegerische Projektierung sowie Baupflege für das Gebiet Ostsachsens.
  • Seit 1965 Mitglied im Bund der Architekten der DDR.
  • 1965 Wettbewerbsarbeit zum Wiederaufbau der spätgotischen St.-Katharinen-Kirche in Annaberg-Buchholz,
  • 1966 Teilnahme am Wettbewerb zu städtebaulichen Varianten- Untersuchungen für die Bebauung von Dresden- West

Noch vor Studienabschluss und Promotion 1973 erhielt er ein Stellenangebot vom ev.-luth. Kirchenamt.

Hier war er bis zum Ruhestand 1998 als Architekt und Kirchenbaurat tätig.

  • 1980 Gestaltungskonzeption Neusalza- Spremberg. Forschungen zur Baugeschichte, vor allem zur Zerstörung und zum Wiederaufbau Dresdens, zu alter Holzbaukunst (besonders Umgebindebauweise). Veröffentlichung zahlreicher bau- und stadtgeschichtlicher Beiträge für Fachpublikationen und Zeitungen.

Zwei Bücher, erschienen im Verlag Hille in Dresden:

- 2010 „Ich war auch eine Trümmerfrau“ – Berichte über die Enttrümmerung und den Abrisswahn in Dresden zwischen 1945 und 1989.

- 2016 „Verwischte Spuren“ – Brandzeichen des Feuersturms im Februar 1945 in Dresden

   (120 Episoden, Recherchen und Momentaufnahmen zu den letzten Kriegswochen)

Bis zuletzt hatte er noch viele Ideen und Projekte im Sinn, die er gern noch vollenden wollte. So ist auch sein nun fast druckfertiges Buch über das Kriegsende 1945, das auch Ereignisse und persönliche Erlebnisberichte von Bürgern unserer Stadt beinhaltet, nicht mehr zu seinen Lebzeiten erschienen. Wir werden diese wichtige Arbeit zur Vollendung bringen.

Sein eigentliches Elternhaus, befindet sich in der unmittelbaren Nähe zum „Reiterhaus“, welches sich einst auch im Eigentum der Vorfahren befand. Aus dieser Verbindung ergab sich auch sein besonderes Interesse an der Bewahrung dieses Baudenkmales. So hatte er ebenso noch vor, seine besonderen Ortskenntnisse zu diesem Objekt niederzuschreiben. Es ist nun leider nicht bekannt, in wie weit ihm dies gelang.

Ein rastloses Leben hat sich nun vollendet. Wir danken ihm für seine besondere und herzliche Verbindung zu unserem Verein. Wir werden ihm stets ein gutes Andenken bewahren. Unsere Anteilnahme gilt den Hinterbliebenen.

Text: Günter Hensel

Mitglied des Vorstandes